Modern Dance & Zeit­ge­nös­si­scher Tanz

Modern & Zeit­ge­nös­sisch

Her­kunft der Tech­nik

Modern — Moder­ner Tanz ist ein Über­be­griff für eine in den USA und Euro­pa ent­stan­de­ne tanz­künst­le­ri­sche Bewe­gung der ers­ten Hälf­te des 20. Jahr­hun­derts. Deren zen­tra­les Vor­ha­ben war die Ent­wick­lung einer indi­vi­du­el­len Signa­tur in der Cho­reo­gra­phie mit­tels eines eige­nen Bewe­gungs­vo­ka­bu­lars. His­to­risch in Abgren­zung zum Bal­lett und im Rah­men der Lebens­re­form­be­we­gung ent­stan­den, haben Ver­tre­te­rIn­nen Ein­flüs­se aus his­to­ri­schen und nicht euro­pä­isch-gepräg­ten Kul­tu­ren geholt. Alt­ägyp­ten, die grie­chi­sche Anti­ke, sowie indi­scher, ara­bi­scher und asia­ti­scher Tanz­sti­le waren wich­ti­ge Inspi­ra­tio­nen. Aus ras­sis­ti­schen Moti­ven haben die meis­ten Ver­tre­te­rIn­nen eine Beschäf­ti­gung mit afri­ka­ni­schen Tanz­kul­tu­ren tun­lichst gemie­den. Dort, wo das afri­ka­ni­sche Erbe hin­zu­ge­zo­gen wur­de (bspw. Hor­ton, Dun­ham), kön­nen die Ergeb­nis­se gleich­zei­tig zur Gen­re des Black Dan­ces zuge­ord­net wer­den.

Die wich­tigs­te Tech­ni­ken des moder­nen Tan­zes ent­stan­den in den USA. Dort mün­de­te eine inten­si­ve Beschäf­ti­gung mit Bewe­gungs­im­pe­tus und -fluss, sowie asia­ti­schen Kör­per­prak­ti­ken in meh­re­ren Tanz­tech­ni­ken, dar­un­ter Gra­ham, Hum­phrey-Limón und Release. In Abgren­zung zum Bal­lett, wel­ches zen­tral sich mit For­men in Bewe­gung beschäf­tigt, spie­len For­men im Moder­nen Tanz eine immer klei­ne­re Rol­le: wäh­rend ein Bal­lett­tän­zer sei­ne Bewe­gun­gen kon­trol­lie­ren zu kön­nen scheint, schei­nen die Bewe­gun­gen im moder­nen Tanz die tan­zen­de Per­son “im Griff” zu haben.

Wäh­rend älte­re, soge­nann­te “Modern-Dance”-Techniken (z.B. Hum­phrey-Limón und Gra­ham) kla­re For­men noch häu­fig aus ihrem Bewe­gungs­fluss her­aus kris­tal­li­siert haben, zei­gen die jün­ge­ren, soge­nann­ten “Zeit­ge­nös­si­schen”-Tanz­tech­ni­ken (v.a. Release) wohin der Bewe­gungs­fluss und des­sen Ener­gie ihren tan­zen­den Kör­per mit­neh­men könn­te oder tut. Hum­phrey-Limóns stets wie­der­keh­ren­de Fal­len, Beschleu­ni­gen, Zurück­fe­dern und Ebbe der Bewe­gung (fall, reco­ver and sus­pend) und Gra­hams Bewe­gungs­im­pe­tus der Ein- und Aus­at­mung, sowie ihre Spi­ra­len und Fal­len wur­den pro­duk­tiv mit­hil­fe asia­ti­scher Kör­per­prak­ti­ken in Release-Tech­nik wei­ter­ent­wi­ckelt. Gra­hams Tech­nik macht Anstren­gung sicht­bar und erlaubt eine künst­le­ri­sche Dar­stel­lung vom Lei­den; dies teilt sie mit dem Black Dance.

Unter­richts­kon­zept
Dies ist ein viel­sei­ti­ges Kör­per­trai­ning zu zeit­ge­nös­si­scher Musik, von weich-flie­ßend zu kräf­tig-dyna­misch. Grund­le­gen­de Ele­men­te des Büh­nen­tan­zes wie Rhyth­mus, Koor­di­na­ti­on, Fle­xi­bi­li­tät und Lini­en sowie die des Modern Dance wie sus­pend, fall, bre­ath, impul­se und flow wer­den geübt. Wäh­rend die Hum­phrey-Limón-Tech­nik unse­ren Fokus bil­det, wer­den län­ge­re, kom­ple­xe­re Kom­bi­na­tio­nen erar­bei­tet, die meh­re­re Sti­le und Tech­ni­ken umfas­sen. Im Lauf des Semes­ters wer­den sie tän­ze­risch poliert. Bit­te meh­re­re Schich­ten beque­me Klei­dung, Socken oder Modern­san­da­len, sowie Knie­scho­ner mit­brin­gen.
Fotos: Chris­ti­ne Wawra (1,2,4), Tan­ja Gro­mes (3,5),